Im Laufe der Jahre haben sich einige T-Shirts in meinem Schrank angesammelt. Man kauft immer wieder neue, wenn man schöne sieht, und behält die alten, weil es einem nie in den Sinn kommt, sie wegzutun. Sie sind ja noch schön. Mittlerweilen besitze ich über 80 T-Shirts. Das heisst ich könnte etwas über zweieinhalb Monate jeden Tag ein frisches Shirt anziehen, ohne dabei waschen zu müssen. Das ist ja schön und gut. Aber der Haken dabei: In meinem Schrank hat es schlichtweg keinen Platz für so viele Shirts. Die Lösung klingt relativ einfach. Weg mit den alten Shirts. Nun, das versuche ich jetzt gerade. Aber die Verkleinerung meiner Shirt-Flotte gestaltet sich relativ schwierig. Es gibt da Shirts, die dürfen nicht weg. Dann gibt es Shirts, die sind zwar nicht mehr so toll, aber ich brauche sie trotzdem. Zum Turnen, für in den Wald, zum Veloreparieren, etc. Und dann gibt es noch Shirts, die habe ich seit Jahren nicht mehr angezogen, an welchen aber eine Erinnerung haftet, weshalb auch diese wieder in den Schrank müssen. Oder Shirts, welche man geschenkt bekam. Und ich meine jetzt nicht irgend welche gratis Werbeshirts, sondern Mitbringsel von Reisen, Geburtstagsgeschenke, etc. Na wenn das mal kein Dilemma ist. Am Schluss wandern alle wieder in den Schrank. Verdammt.
Also ich weiss ja nicht. Da erklärt sich einer der grössten Musiker, welche die Schweiz besitzt, bereit, sein Land am Eurovision Songcontest zu vertreten und eröffnet damit eine Chance, endlich einmal über die Nullpunktemarke zu kommen. DJ Bobo hat sich sogar einiges überlegt und den Song strategisch gut konstruiert, dass er sowohl vom Sound her die Punkteverteiler anspricht als auch vom Thema und vom Outfit her in Erinnerung bleibt. Nun gibt es in der Schweiz Menschen, die finden das gar nicht gut. Solche Menschen gibt es immer. Miesepeter. Im
"Fall Bobo" eskaliert das jetzt. Man will den Song verbieten, da dieser vom Text her nicht ganz koscher ist, denn Vampire sind schliesslich böse Wesen. So etwas darf man doch nicht und es verletze den religiösen Frieden in der Schweiz. Hallo? Wo sind wir denn hier? Diese Aktion ist lächerlicher als die schweizer Fussballnati. Meine Güte, was müsste man nicht alles verbieten? Angefangen bei den Märchen. Man kann nicht zulassen, dass unsere Kinder mit Geschichten von bösen Wölfen und Hexen beeinflusst werden. Weiter ist Kunst zu verbieten. Bilder könnten die Ansichten unsere nächsten Generation negativ beeinflussen. Filme? Absolutes Tabu! Zeitung? Geht ja wohl gar nicht. Schule? Ne, die Kinder könnten sich ja streiten auf dem Schulhof. Ich wüsste da noch viel mehr. Also irgendwie ticken die leute doch nicht mehr richtig....
Eigentlich wurde ich während meiner ganzen Kindheit betrogen und belogen. Und ich bin sicher, dass es nicht nur mir so erging. Denn wenn ich mich heute im Spiegel betrachte, habe ich das Gefühl, ich sehe einigermassen normal aus. Blöde Kommentare sind jetzt vorprogrammiert. :-) Die Betrügerei fing bereits beim Osterhasen an, ging beim Weihnachtsmann weiter und hörte beim Christkind noch lange nicht auf. Alle diese wichtigen und prägenden Figuren existieren genauso wenig wie die Zahnfee oder das Sandmännlein. Nun, da die besten imaginären Freunde und Erzieher zu Schall und Rauch verkommen sind, glaube ich auch nicht mehr an andere Gespenstergeschichten, welche man mir aufband. Nehmen wir beispielsweise meine Nase. Ich bin eigentlich völlig zufrieden damit (oder habe mich in den letzten 24 Jahren einfach daran gewöhnt). Sie ist zwar ein bisschen gross, hat jedoch keinen Höcker, keine übermässig grossen Nasenlöcher und ist nicht irgendwie schweinisch oder so. Wenn ich daran denke, wie meine Nase eigentlich aussehen müsste. Hat doch die Mamma früher immer gesagt, wenn ich weiter so in der Nase rumbohre, dann würden meine Nasenlöcher für immer gross bleiben und meine Nase gänzlich entstellt. Ebenso beim Grimassenschneiden. Mein Gott, wie würde ich heute aussehen, wenn meine Mutter recht gehabt hätte. Ich wage es gar nicht erst, darüber nachzudenken. Nächster Punkt. Haare. Ich musste meine Haare immer kämmen. Obwohl ich das hasste. heutzutage habe ich immer Gel in meinen Haaren. Mutti sagte immer, wenn ich nicht sorgfältig meine Haare kämmen würde und den Gel Abends nicht rausbürstete, dann würde ich mit zwanzig eine Glatze kriegen. Ich bin nun (fast) 24 und habe noch meine volle (Gel-)Haarpracht. Alles Lügen also. Und ich habe sie auch noch geglaubt. Die kindliche Naivität und das Vertrauen zu den Eltern wurde schamlos ausgenützt. Tz. Mist.
Die Werbeplakate des neuen französischen Informationssenders
France24 hängen auch am Flughafen Zürich. Vier hammer starke Motive, welche auf wichtige Welt-Geschehnisse hinweisen, die in den Medien viel zu wenig Anklang finden (ausser natürlich bei France24, das sollte ja die Botschaft der Kampagne sein). Eines davon, mit dem Thema Darfur, passt wie angegossen zu der Forschungsproseminararbeit, welche mich und meine Kollegen zur Zeit beschäftigt. Die Kampagne ist sehr eindrücklich, macht auf gravierende Probleme aufmerksam und ist dennoch auch ästethisch überzeugend. Stark.